Weißrussisch

Die weißrussische Sprache ist die Amtssprache der Republik Weißrussland die von etwa acht Millionen Menschen in Weißrussland und von circa zwei Millionen Menschen in anderen heutigen GUS-Republiken und Polen gesprochen wird. Weißrussisch (auch Belorus) gehört neben Russisch, Altrussisch und Ukrainisch zum östlichen Zweig der slawischen Sprachen.

Das Weißrussische zeigt drei Varietäten, die in der Schriftsprache wie alle ostslawischen Sprachen die kyrillische Schrift benutzen, weist aber einige Abweichungen gegenüber dem russischen Alphabet auf. Es gibt einige lautliche Besonderheiten, in denen sich das Weißrussische gegenüber dem Russischen absetzt. So erscheinen z. B. einige Restriktionen in bestimmten Lautfolgen oder die so genannte Auslautverhärtung. Daneben ist das wichtigste sprachliche Charakteristikum die allen slawischen Sprachen gemeinsame Eigenschaft der Aspektunterscheidung, bei der meist die imperfektive Form mit Suffixen versehen ist. Daneben sind reine Zeitstufen bezeichnende Verbformen nur in geringer Anzahl vorhanden.

Durch die politische Entwicklung des Landes und durch einen dadurch bedingten hohen Anteil an zweisprachigen weißrussischen Sprechern ist das Weißrussische heute in hohem Maße vom Russischen, aber auch der anderen ostslawischen Nachbarsprache, dem Ukrainischen, beeinflusst. Die geschichtliche Entwicklung Weißrusslands ließ keine kontinuierliche Entfaltung der weißrussischen Sprache zu. Schon im 13. Jahrhundert erwähnt, war Weißrussisch bis ins 17. Jahrhundert Verkehrssprache im litauischen Staat. Danach lag Weißrussland im Interessengebiet verschiedener Mächte, die Sprache unterlag polnischen und russischen Einflüssen. Erst im 20. Jahrhundert entstand eine echte schriftsprachliche Tradition. Von 1922 bis 1991 war Weißrussland eine Teilrepublik der Sowjetunion.