Turkmenisch

Das Turkmenisch gehört den Turksprachen, einem Zweig der altaischen Sprachen an und wird von etwa 80 Millionen Menschen in Klein- und Zentralasien gesprochen. Der definitive Ursprung der Turksprachen ist nicht geklärt, dennoch werden sie unter die altaischen Sprachen eingeordnet. Von der jakutischen und tschuwaschischen Sprache abgesehen, ähneln sich die Turksprachen hinsichtlich Wortbau, Vokalharmonie und Agglutination stark, nicht zuletzt wegen der in der Geschichte vielfach gegebenen Sprachkontakte. Die etwa 30 Einzelsprachen sind so nahe verwandt, dass sich die Sprecher im gesamten Gebiet, von Kleinasien bis Nordostsibirien, zumindest notdürftig miteinander verständigen können. Deshalb finden sich hier schon früh viele Lehnwörter indoiranischer, chinesischer, arabischer, persischer, ab dem 13. Jahrhundert auch mongolischer Herkunft. Den Turksprachen sind bemerkenswerte Erweiterungsmöglichkeiten der Stammwörter eigen, z. B. durch lautliche Elemente, Art des Satzbaus oder Suffixe.

Die Turksprachen lassen sich in folgende Gruppen einteilen: 1. SW-Gruppe (Ogusisch): Türkeitürkisch/Osmanisch (verbreitetste Sprache in der Türkei; sie hat sich seit dem 13. Jahrhundert in Anatolien durchgesetzt, Schreibweise seit 1928 in lateinischer Schrift); 2. SO-Gruppe (Uigurisch): osttürkische Vorläufersprachen, Usbekisch; 3. NW-Gruppe (Kiptschakisch): Dazu zählen u. a. Baschkirisch, Tatarisch, Kasachisch, Kirgisisch; 4. NO-Gruppe: nordsibirische (Dolganisch, Jakutisch) und südsibirische Turksprachen (Chakassisch, Tuwinisch, Altaitürkisch); 5. das im Wolgagebiet vorkommende Tschuwaschisch, das auf das Wolgabulgarische zurückgeht; 6. das mittelpersische Chaladschisch.

Nach den Schriftsprachen gibt es folgende grobe Einteilung: in eine ältere Periode (Alttürkisch, Uigurisch, Karachanidisch, verschiedene Handschriften u. a.), eine mittlere Periode (u. a. Charismtürkisch, Wolgabulgarisch, Altosmanisch u. a.), eine neuere Periode (Mittelosmanisch, Spätosmanisch, Spätdschagataisch u. a.) und eine zeitgenössische Periode, der eine Fülle von Sprachformen (Türkeitürkisch, Turkmenisch, Aserbaidshanisch, Kumückisch, Kirgisisch etc.) zugerechnet werden.