Koreanisch

Die koreanische Sprache ist die Sprache der Koreaner mit circa 62 Millionen Sprechern in Nord- und Südkorea, etwa 600 000 in Japan, 1,7 Millionen in der Mandschurei und 400 000 in Sibirien. Obwohl sich keine gesicherte Zugehörigkeit nachweisen lässt, ist das Koreanische möglicherweise entfernt mit den altaischen Sprachen oder dem Japanischen verwandt.

Die altkoreanische Sprache, in chinesischer Schrift aufgezeichnet, ist äußerst fragmentarisch in Liedertexten aus der Zeit von etwa 57 v. Chr. bis 935 n. Chr. überliefert. Aus den darauffolgenden Jahrhunderten bis Mitte des 15. Jahrhunderts existieren nur wenige Quellen. Die moderne koreanische Standardsprache, die seit den dreißiger Jahren gefördert wird, basiert auf dem Dialekt von Seoul und wird in Han’gul oder Onmun geschrieben, der einheimischen koreanischen Schrift, die 1446 eingeführt wurde. Vor dieser Zeit verwendete man ausschließlich die chinesischen Schriftzeichen. In Nordkorea wird heute ausschließlich in Han’gul geschrieben, in Südkorea schreibt man Koreanisch sowohl mit dem eigenen Alphabet als auch mit einer Mischung aus Alphabet und chinesischen Zeichen, die für chinesische Lehnwörter verwendet werden. Die chinesische Sprache hat den koreanischen Wortschatz stark beeinflusst; über die Hälfte aller Wörter sind chinesischen Ursprungs.

Das Koreanische ist eine agglutinierende Sprache mit ausgeprägter Morphologie. Typisch für die koreanische Grammatik sind die besonderen Endungen, die Höflichkeitsbezeugungen enthalten, und die Veränderungen im Wortinnern, die soziale Beziehungen ausdrücken. Die Formen wechseln je nach Sprecher, Empfänger (Fremder, älterer Mensch, Kind, Freund) oder Person, über die etwas gesagt wird.