Katalanisch

Die katalanische Literatur ist beeinflusst vom Glanz der kulturell bedeutsamen provenzalischen Herrscherhäuser. In der Folgezeit wurden fremde Einflüsse allmählich zurückgedrängt, und es entstanden sowohl in der Lyrik als auch in der Prosa rein katalanische Formen, so dass sich eine eigenständige Literatur entwickelte.

Die Prosaliteratur bewegte sich erst im 13. Jahrhundert auf nennenswertem Niveau. Dieses Werk vereinte farbige, ironisch pointierte Schilderungen des Ritterlebens und der begleitenden Zeitumstände. Der darauf folgende Niedergang der katalanischen Literatur lag im Zusammenschluss der Königreiche Aragonien und Kastilien (1497) begründet. Das Kastilische entwickelte sich zur dominanten Geschäfts- und Literatursprache. Bis zur Wiederbelebung der katalanischen Literatur durch die Renaixença (katalanische Renaissance) im 19. Jahrhundert findet sich kaum Erwähnenswertes. Zu den bedeutenden katalanischen Autoren des 20. Jahrhunderts zählen die Romanciers Narcís Oller i Moragues, Joaquim Ruyra i Oms und Prudenci Bertrana sowie die Lyriker Joan Maragall und Carles Riba Bracóns. Unter dem Franco-Regime (1939-1975) wurden alle kulturellen und literarischen Impulse, die auf katalanische Autonomie hindeuteten, systematisch unterdrückt. Seit dem Ende der Diktatur erlebt die katalanische Literatur jedoch erneut eine Blüte. Internationales Echo erzielen z. B. die anspruchsvollen Kriminalromane von Manuel Vázquez Montalbán.