Isländisch

Die isländische Sprache ist die Sprache der Bevölkerung Islands (etwa 250 000 Sprecher). Das Isländische gehört zum nordgermanischen Zweig der germanischen Sprachen, einer Untergruppe der indogermanischen Sprachen. Es stammt von der altnordischen Sprache der Wikinger ab, die im 9. Jahrhundert n. Chr. von Norwegen nach Island kamen. Von 1380 bis 1918 wurde Island von Dänemark regiert. Dennoch blieb die isländische Sprache praktisch unverändert, seine Formenreinheit wird durch die geographische Isolation und eine starke literarische Tradition unterstützt. Bis heute unterscheidet sich die isländische Sprache kaum von der altnordischen. Heutige Leser können die mittelalterlichen Sagen (siehe isländische Literatur) mühelos lesen.

Das lateinische Alphabet wurde mit dem Christentum ungefähr im Jahr 1000 eingeführt, aber das ältere ð (stimmhaftes th) und þ (stimmloses th) blieben wie das æ und das ö erhalten. Vokale können auch Akute tragen: á, é, í, ó, ú und ý. Das Neuisländische (ab etwa 1540, das Jahr, in dem das Neue Testament übersetzt wurde), ist die konservativste der skandinavischen Sprachen und weist noch immer viele Flexionsformen auf. Isländisch verfügt über drei grammatische Geschlechter und vier Kasus bei Substantiven, Pronomen und Adjektiven (Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ). Die Pronomen und das System der Konjugation von Verben hat sich seit der klassischen Periode kaum verändert. Allerdings hat sich die Aussprache seit der Wikingerzeit deutlich geändert. Die Sprache ist auch in ihrem Wortschatz rein geblieben. Sprachpflegerische Maßnahmen, die im 18. Jahrhundert ergriffen wurden, verhindern generell die Assimilation von Fremdwörtern, was dazu führt, dass statt der Übernahme internationaler wissenschaftlicher und technologischer Begriffe ausschließlich Verbindungen aus einheimischen Worten gebildet werden.