Dänisch

Die dänische Sprache ist die zur ostskandinavischen Gruppe des nordgermanischen Zweiges gehörende indogermanische Sprache. Dänisch, das heute von etwa fünf Millionen Menschen gesprochen wird, geht mit Schwedisch, Norwegisch und Isländisch auf eine gemeinsame skandinavische Ursprache zurück, deren älteste Zeugnisse Runeninschriften aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. sind. Während der Wikingerzeit bildeten sich zwei deutlich voneinander unterschiedene Dialektgruppen: die ostskandinavischen Dialekte, aus denen sich Dänisch und Schwedisch entwickelten, und die westskandinavischen Dialekte, auf die Norwegisch und Isländisch zurückgehen.

Dokumente des Runendänischen haben sich in zahlreichen Runeninschriften aus der Zeit von 250 bis 800 n. Chr. erhalten, die von Jütland bis Südschweden gefunden wurden. Das frühe Altdänisch findet sich nur in Eigennamen, die in geringem Umfang in lateinischen Dokumenten aus dem 12. Jahrhundert und etwas häufiger in frühen dänischen Gesetzestexten überliefert sind. Im Altdänischen hat sich ein bedeutender Sprachwandel vollzogen. Gemäß der in den Regierungsämtern üblichen Ausprägung wurde der Dialekt Seelands die Norm für die Verkehrssprache.

Die wesentlichen Charakteristika des Dänischen haben sich bis 1500 n. Chr. herausgebildet, das sich allmählich als Landessprache durchsetzte. Eine Erweiterung des dänischen Sprachgebiets fand statt, als Dänisch die offizielle Schriftsprache Norwegens wurde (1536 bis ca. 1850. Unter dem Einfluss des Humanismus dominierte von 1550 bis etwa 1700 Latein als Literatursprache. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts war Deutsch die Sprache des dänischen Königshofes. Viele deutsche Wörter fanden Eingang in den dänischen Wortschatz. Anfang des 18. Jahrhunderts war die Entwicklung der Grammatik so gut wie abgeschlossen.

Im 19. und 20. Jahrhundert ist die Zahl der gesprochenen Dialekte zurückgegangen, und es lässt sich eine stärkere Wechselwirkung zwischen gesprochener und geschriebener Sprache erkennen. Durch die Entlehnung und Assimilierung von Wörtern aus dem Deutschen, Französischen und Englischen wurde der Wortschatz erweitert. Seit 1871 ist eine autorisierte Orthographienorm gültig. Mit der Rechtschreibreform von 1948 wurde die Substantivgroßschreibung aufgegeben und der Doppelvokal aa durch den Buchstaben å ersetzt, wodurch sich Dänisch dem Norwegischen und Schwedischen annäherte. Im Neudänischen gibt es nur zwei Kasus (Nominativ und Genitiv) und zwei Genera. Das auffälligste Merkmal ist der Glottisverschlusslaut, der sich aus dem ursprünglich tonalen Akzent des Dänischen entwickelt hat.